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BAD SCHMIEDEBERG/MZ. Zwei Meter Stolle am Stück - das sind rund 110 Stückchen. Zumindest wenn man sie so gleichmäßig schneidet wie Sonngard Ehlert. Lange warten, bis die süßen Teilchen aufgegessen waren, musste die Vorsitzende des Kur- und Verkehrsvereins am Sonnabend jedoch nicht. Genau 40 Minuten dauerte es, bis von dem meterlangen Gebäck nur noch wenige Krümel und weißer Puderzucker übrig waren.
Zur Eröffnung des dreitägigen Weihnachtsmarkt-Treibens auf dem Vorplatz des Kurzentrums in Bad Schmiedeberg musste man sich zwar drängen - die übliche Weihnachtsmarkt-Hektik blieb aber aus. Von der Bühne spielte die "Kapelle Krach" gemütliche Weihnachtslieder im Dixieland-Stil. Für Einheimische und Gäste der Kureinrichtung sei der Markt gedacht, sagte Kurdirektor Siegfried Scholz. "Wir haben besonderen Wert darauf gelegt, dass nur weihnachtsmarkttypische Produkte hier ausgestellt werden", stellte er fest.
Viele Händler und Vereine aus der Region hatten dazu beigetragen. "Der Markt hat ein hohes Niveau und ist nicht nur Kommerz", sagte Töpfer Jürgen Schönwald, der seit vier Jahren immer wieder gern mit seinen Produkten in die Heidestadt kommt, über das bunte Treiben. Christel Schladenbach aus Wittenberg hatte sich in diesem Jahr wiederholt auf dem Markt in der Kurstadt umgesehen. "Hier ist es viel familienbezogener und gemütlicher als auf anderen Weihnachtsmärkten", erklärte sie.
Ein tapferer Feuerwehrmann war es übrigens, der die letzten beiden Stückchen Stolle einheimste. "Ich hab sie aber nicht allein gegessen, sondern mit meinen Kameraden geteilt", betonte Stefan Walter. Wahrscheinlich war es für die Löschmänner eine süße Abwechslung zur herzhaften Brutzelei, denn der Feuerwehrverein grillte an seinem eigenen Stand Bratwürste. "Es ist alle Jahre wieder schön hier", so der Vereinsvorsitzende Thomas Pohle. "Vor allem, dass so viele Einheimische in die Vorbereitungen einbezogen werden, ist toll", sagte er.
Die kleinen Marktgäste durften kostenlos Ponyreiten und Karussell fahren. Der Weihnachtsmann begrüßte sie und hatte zum Streicheln ein Pony und einen Esel im Schlepptau. Doch auch die älteren Besucher waren begeistert vom Weihnachtsmarkt in der Kurstadt. "Bei uns ist alles viel hektischer und kälter, nicht so gemütlich", sagte Kurgast Gerda Pulze aus dem Mansfelder Land, die sich noch bis Neujahr in Bad Schmiedeberg erholen wird. Erhard Eiselt aus Mainz pflichtete ihr bei: "Bei uns ist der Weihnachtsmarkt zwar größer, aber hier sind die Leute viel offener." Insgesamt rund 500 Kurgäste hat die Einrichtung laut Direktor Scholz über die Feiertage.
Die zwei Meter lange, süße Attraktion des Eröffnungstages stammte übrigens von einem Söllichauer Bäckermeister. "Da das Dorf ab 2009 zur Einheitsgemeinde Bad Schmiedeberg gehört, können wir also behaupten, dass es sich um einen Bad Schmiedeberger Stollen handelt", scherzte Moderator Felix Saul. Dass so viele beim Vernaschen des Backwerkes geholfen haben, freute auch Marion Hausmann, und das sogar doppelt. Denn die Einnahmen werden den Kindereinrichtungen "Storchennest" und "Sonnenblume" gespendet, deren Leiterin sie ist. Der Verkehrsverein verdoppelte außerdem den Gewinn. Dessen Vereinsmitglieder mussten am Sonntag noch einmal spontan nachbacken. Denn der Kuchen, den sie für das Wochenende an ihrem Stand vorbereitet hatten, war laut der Vorsitzenden Sonngard Ehlert bereits am Sonnabendnachmittag verzehrt.
Noch bis Montag hat der Bad Schmiedeberger Weihnachtsmarkt geöffnet. Höhepunkt wird an diesem Abschlusstag das Bergmannsblasorchester aus Bad Schlema sein, das am Nachmittag aufspielt.
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Übergabe des Spendenschecks an die Leiterin der Kindertagesstätte Frau Hausmann |
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| Wir bedanken uns bei Herrn Felix Saul -Moderator des Weihnachtsmarktes, für die tatkräftige Unterstützung beim Stollenverkauf.
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